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Dach
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top
Ein Dach ist im Bauwesen eine Konstruktion, die darunter liegende Räume und Flächen nach oben hin abschlieĂt und sie dadurch vor Sonne, Witterung und anderen von oben eindringenden EinflĂźssen schĂźtzt. Dabei kann das Dach selbständiges Dach-Bauwerk Ăźber Freiflächen sein (z. B. Flugdach), in der Regel ist es aber oberer Abschluss eines Gebäudes. In diesem Fall trennt es zusammen mit den AuĂenwänden AuĂenraum von Innenraum und schĂźtzt vor der Witterung. Seine Gestaltung ist prägend fĂźr das gesamte Bauwerk und abhängig von klimatischen Bedingungen, Baustoffen und Baustilen. Im Verlauf der Architekturgeschichte entwickelten sich unterschiedlichste Dachformen.cite-ref-1[1]
Bei den meisten Dächern kann zwischen Dachkonstruktion (dem Tragwerk) und der Dachhaut (der Dachdeckung) unterschieden werden.
Contents
⢠Grundbegriffe
⢠Bezeichnungen
⢠MaĂe des Daches
⢠Dachkonstruktion
⢠Dachaufbau
⢠Dachhaut
⢠Dachformen
⢠Brandschutz
⢠Redewendungen
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Grundbegriffe
Bezeichnungen
Die von auĂen sichtbaren Flächen des Daches â ob geneigt oder flach, eben oder gewĂślbt â sind die Dachflächen, deren Begrenzungs- und gemeinsamen Schnittlinien die Dachkanten. Die obere waagrechte Schnittkante zweier Dachflächen nennt man First. Als Traufe bezeichnet man die untere waagrechte Kante der Dachfläche. Meist ist hier die Dachrinne (Kännel, Kennel)cite-ref-2[2] angebracht.
Der Giebel ist die obere abschlieĂende Wandfläche eines Gebäudes im Bereich des Daches. Die Dachkante am Giebel nennt man Ortgang oder Ort. Dieser verbindet Traufe und First und begrenzt die Dachfläche nach auĂen. Kanten, an denen zwei Dachflächen in der Schräge zusammentreffen, werden als Grat (AuĂenkante) oder Kehle (Innenkante) bezeichnet. Einen Punkt, an dem drei oder mehr Dachflächen aufeinanderstoĂen, nennt man Anfallspunkt.
Ein Dach versucht immer, mĂśglichst einfachen geometrischen Formen zu folgen, im allgemeinen Fall Rechtecken. Dachausmittlung nennt man die Ăbertragung aller Kanten des Daches in den Grundriss. Sitzt ein Dach einem aus mehreren geometrischen Formen zusammengesetzten Grundriss auf, spricht man von zusammengesetztem Dach, Dach mit Wiederkehr, verfallendem Dach oder Dachverfallung.cite-ref-3[3] Ăber schiefwinkligen trapezfĂśrmigen Grundriss spricht man vom windschiefen Dachcite-ref-4[4] â hier sind die Dachflächen zwangsläufig in sich verkrĂźmmt.
Unterbrechungen oder Durchdringungen der Dachhaut werden als DachĂśffnung, zum Beispiel Dachfenster oder Dachgauben aber auch die Durchlässe der Schornsteine (Rauchfänge), bezeichnet. Das Dachgeschoss ist ein Obergeschoss im Dachraum, der Dachboden ein unausgebauter Raum im gleichen Bereich (bei manchen Konstruktionen wird nicht differenziert). Dachschmuck sind alle auĂen angebrachten zierenden Elemente am Dach.
MaĂe des Daches
Der Begriff FirsthĂśhe bezeichnet den Abstand von Oberkante anbaufähiger StraĂenverkehrsfläche bis zur Oberkante der Dachhaut des Firstes. Als TraufhĂśhe bezeichnet man den Abstand von Oberkante anbaufähiger StraĂenverkehrsfläche bis zur (theoretischen) Schnittkante von AuĂenwand und Oberkante der Dachdeckung. Die DachhĂśhe ist das MaĂ von Traufkante zum First in der Senkrechten. grundma-c3-9fgrundmaAls GrundmaĂ werden die horizontalen Abstände bezeichnet, wie sie auch unmittelbar in der Dachaufsicht, Dachausmittlung abzulesen sind, sowie gegebenenfalls im GrundriĂ, sofern hier First, Grat und Kehlen (gestrichelt) eingezeichnet sind. DachĂźberstand ist der waagrechte Abstand der Traufkante von der AuĂenkante AuĂenmauer, auch der Abstand des Ortgangs von der AuĂenkante Giebelwand. dachneigung Die Dachneigung bezeichnet die Steigung (die Steilheit) einer Dachfläche. Sie wird in der Regel als Winkel in Grad angegeben, gelegentlich auch in Prozent.
Im allgemeinen Falle ist die Dachneigung am gesamten Dach â oder bei zusammengesetzten Dächern eines Dachabschnitts â konstant. Je nach Dachneigung unterscheidet man dann:
⢠Flachdach: 0°â10° (Deutsche Bauordnungen); 0°â5° (Ăsterreich)
⢠Geneigtes Dach: >10° (Deutsche Bauordnungen); >7° (DIN 1055); >5° (Ăsterreich)
⢠Flachgeneigtes Dach: 10°â22°, gelegentlich bis 30° Dachneigung
⢠Steildach: ßber 22° oder 30° Dachneigung; gelegentlich wird der Begriff Steildach auch synonym zu geneigtem Dach benutzt. Dann spricht man schon ab 7° von einem Steildach.
Ist ein Dach im Schnitt (Dachprofil) dargestellt, so erscheint die Traufe (Trauflinie) als Traufpunkt und der First (Firstlinie) als Firstpunkt. Diese Punkte begrenzen ein Dach in HĂśhe und Breite.
Befestigung und Verankerung
Sämtliche Bauteile einer Dachkonstruktion wie Schwellen, Pfosten, Streben, Pfetten, Deckenbalken, Sparren sind gegen Abheben, besonders im Trauf- und Ortgangbereich untereinander zugfest zu verbinden. Verankerungen mit der Unterkonstruktion sind im Eckbereich, in Abständen ⤠1 m und im Randbereich ⤠2 m vorzunehmen. Das Gegengewicht von jedem Ankerpunkt muss mindestens 450 kg betragen.cite-ref-5[5]
Geschichtliche Entwicklung des Daches
Die geschichtliche Entwicklung des Daches reicht weit zurßck. Etwa 12.000 v. Chr. begannen Jäger und Sammler pultdachähnliche Gebilde aus Stangen und RundhÜlzern zu bauen. Das Dach bestand dabei aus Gras, Heidekraut oder Fellen. Einige Jahrtausende später errichteten die Menschen Behausungen in eingetieften Gruben mit Satteldächern. Im Laufe der Zeit entwickelten sich Behausungen mit senkrechten Wänden und die Grubenvertiefung verlor immer mehr an Bedeutung. Satteldächer sowie Walmdächer dienten dem Schutz dieser Häuser. Die regionalen Unterschiede der Dachformen, und damit der Architektur, wurden stets auch vom Holzvorkommen bestimmt. Vom 13. bis zum 16. Jahrhundert fand eine rasante Entwicklung in der Konstruktions- und Bautechnik statt. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts stellten Häuser aus Stein noch die Ausnahme dar, doch im späteren Verlauf gewannen die Steinbauten immer mehr an Bedeutung. Das bis zu dieser Zeit konstruktiv schwerfällige Sparrendach wurde im 17. Jahrhundert vom Pfettendach abgelÜst und hundert Jahre später kam das Mansarddach hinzu. Kurze Zeit später und durch das ganze 19. Jahrhundert hinweg, entwickelte sich eine Vielfalt an Dachformen. Am Anfang dominierte das Steildach, später gewannen flachgeneigte Dächer sowie das Flachdach an Bedeutung.cite-ref-6[6]
Dachkonstruktion
Dachkonstruktion bezeichnet das TraggerĂźst eines Daches, die fĂźr seine Standsicherheit notwendige Konstruktion. Der Begriff grenzt sich insofern von Dachdeckung und Dachhaut ab, als diese von der Dachkonstruktion getragen werden. Ein vergleichbarer Begriff ist Dachtragwerk, als das Tragwerk eines Daches. Dachwerk bezeichnet die Gesamtheit der hĂślzernen Dachkonstruktion. DachgerĂźst ist eine weitere Alternativbezeichnung fĂźr die Gesamtheit der die Dachhaut tragenden Konstruktion.
Eine bedeutende Rolle bei Dachkonstruktionen spielt der Baustoff Holz, insbesondere im Rahmen der zwei klassischen Varianten, dem Sparrendach und dem Pfettendach. Der zweite traditionell bedeutende Naturbaustoff der Zimmerei ist Bambus, der in Ostasien eigenständige Formen der Dachkonstruktionen hervorgebracht hat.
Seit dem 19. Jahrhundert finden zunehmend Stahl-Konstruktionen Verwendung, seit dem 20. Jahrhundert zusätzlich Konstruktionen aus Stahl- und Spannbeton sowie Zeltkonstruktionen. All diese neueren Konstruktionen finden sich insbesondere bei weitspannenden Dächern Ăźber Bahnhofshallen, Hangars, TribĂźnen, sowie andere groĂe Hallen und Flugdächer. In der ZeitgenĂśssischen Architektur finden zunehmend auch Kunststoffe und Verbundwerkstoffe fĂźr die Konstruktion Verwendung.
Dachaufbau
Als Dachaufbau bezeichnet man den baukonstruktiven Aufbau eines Daches, also die Kombination und Schichtung tragender und dichtender Bauelemente. Man unterscheidet:
⢠Einschalige Dächer (frßher: Warmdächer, heute: nicht belßftete Dächer)
⢠Umkehrdächer
⢠Zweischalige Dächer (frßher: Kaltdächer, heute: belßftete Dächer)
Dachhaut
Als Dachhaut bezeichnet man die äuĂere Schicht des Daches, also die Dachdeckung bei geneigten Dächern (regensicher, aber nicht wasserdicht) oder die Dachabdichtung (wasserundurchlässig) bei Flachdächern. Ein eingedecktes Dach schĂźtzt lediglich gegen Regen, ein abgedichtetes Dach ist wasserdicht. Die Grenze zwischen Eindeckung und Abdichtung ist jedoch flieĂend. Je nach Bauform, Neigung, Witterungs- und juristischen Bedingungen kommen verschiedene Materialien zum Einsatz. Man unterscheidet zwischen harten und weichen Bedachungen, wobei das Brandverhalten ausschlaggebend ist.
Dachformen
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Hauptartikel
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Dachform
Dächer lassen sich unter anderem nach ihrer Dachform einteilen. Viele Dächer sind jedoch Kombinationen aus verschiedenen Konstruktionen, Formen oder Mischformen, sowie aus mehreren Formen zusammengesetzte Dächer.
Allgemein wird in der menschlichen Siedlungsgeschichte zwischen zwei grundlegenden Dachformen unterschieden: Das flache Dach und das geneigte Steildach. Flachdächer findet man besonders in trockenen, warmen Siedlungsräumen, das geneigte Dach dagegen in Gegenden dieser Erde, die feuchten und wechselnden WitterungseinflĂźssen ausgesetzt sind. Das flache Dach wurde ursprĂźnglich nicht ausschlieĂlich als reiner Witterungsschutz genutzt, sondern diente zugleich als Aufenthaltsbereich, Wassersammelstelle, Verschattung oder Aussichtsplattform (Pueblo-Bauform in Nordamerika). Das Steildach diente hingegen zunächst als geneigte Ebene, mit der Regenwasser leicht abgefĂźhrt werden konnte, und später als zusätzlicher Schutz vor Feuer (harte Bedachung). Diese Dachform ist vor allem in den intensiv klimatisch geforderten Kulturregionen im Norden und SĂźden Europas und Asiens (China, Japan) anzutreffen. Durch Kolonisation trugen die Eroberer, vor allem aus dem alten Europa, diese Dachform mit in die âNeue Weltâ SĂźdamerikas beziehungsweise in die von ihnen unterworfenen Gebiete. Dort wurde sie vor allem an Kirchen- und Sakralbauten ausgefĂźhrt.
⢠Flachdach â ebene oder nur leicht (bis 10 Grad) geneigte Dachfläche
⢠Plattformdach, eine begehbare flache Dachfläche die von steilen Dachflächen und Giebelwänden Abschluss ist
⢠Geneigtes Dach
⢠Berliner Dach, asymmetrische Dachform mit steiler Dachhälfte an der Schauseite; vgl. Stuttgarter Dach
⢠Bogendach, leicht gewÜlbtes Dach (flacher als das Tonnendach)
⢠Bohlendach, Dachbinder aus Bohlenkreissegmenten versetzt, mindestens drei ßbereinander verschraubt oder vernagelt.
⢠Faltdach, ähnlich dem Rhombendach, aber mit nach innen âgefaltetenâ Dreiecke
⢠Glockendach, oben konvexer und unten konkaver Helm
⢠Grabendach, Aneinanderreihung von Schmetterlingsdächern
⢠Halbtonnendach, Dach in Form eines liegenden Viertelzylinders, ähnlich wie das Pultdach mit hÜherer Wand an der Firstseite
⢠Kegeldach, kegelfÜrmiges Turmdach
⢠Keildach, steil-keilfÜrmiges Dach auf einem Turm
⢠Klebdach (Briutwalm), an die Giebelfassade geklebte Vordachstreifen zum Schutz vor der Witterung
⢠Kreuzdach, besteht aus zwei sich kreuzenden Satteldächern mit vier Kehlen.
⢠Krßppelwalmdach (Kurzwalmdach), Walmdach mit verkßrztem Giebelwalm
⢠Kuppeldach, ein Kuppeldach ist in seiner Form eine Halbkugelcite-ref-7[7]
⢠Laternendach, ein Satteldach, dessen Dachflächen durch zurĂźckgesetzt AuĂenwände unterbrochen und hochgesetzt sind
⢠Mansarddach, zweiteilige Dachform mit steilem Unterdach und flacherem Oberdach
⢠Paralleldach, ein Zusammenschluss von mehreren Satteldächern an den Traufen nebeneinander
⢠Pultdach, Dach aus nur einer geneigten Dachfläche, ein halbes Satteldach.
⢠Pyramidendach, Zeltdach ßber quadratischem Grundriss; vgl. Zeltdach
⢠Rhombendach oder Rautendach, besteht meistens aus vier Rauten und vier Giebeln ßber quadratischem Turmgrundriss
⢠Ringpultdach, Pultdach ßber kreisringfÜrmigem Grundriss (in der Regel Teil eines zusammengesetzten Turmdaches)
⢠Satteldach, klassische Dachform aus zwei geneigten Dachflächen, die im First aufeinandertreffen
⢠Schleppdach, Erweiterung einer Dachfläche ßber die Traufe hinaus, ähnlich dem Pultdach oder die Dachfläche einer Schleppdachgaube
⢠Schmetterlingsdach, zwei Dachflächen mit gemeinsamer, innenliegender Traufe und zwei Firsten an den AuĂenseiten (umgekehrtes Prinzip des Satteldaches)
⢠Sheddach, sägezahnfÜrmige Reihung von zwei unterschiedlich steilen Dachflächen (oft bei Fabrikhallen)
⢠Stuttgarter Dach, asymmetrische Dachform mit steiler Dachhälfte an der Schauseite; vgl. Berliner Dach
⢠Tätschdach, schwach geneigtes Giebeldach mit groĂen DachĂźberständen im voralpinen Raum
⢠Tonnendach, Dach in Form eines liegenden Halbzylinders
⢠Walmdach, Dach mit vier oder mehr Dachflächen, anstelle eines Giebels sind die Schmalseiten ebenfalls geneigt
⢠Zeltdach, mehrere einander zugeneigte Dachflächen, die sich in einer Firstspitze treffen; vgl. Pyramidendach
⢠Zollingerdach, Flächentragwerk als Lamellenkonstruktion in Bogenform
⢠Zwiebelhelm, oben konkaver, unten konvexer Turmhelm
⢠Gekapptes Dach: Ein gekapptes Dach ist ein geneigtes Dach, das waagerecht unter dem First abgeschnitten ist, so dass kein Spitzboden, sondern ein Flachdach entsteht.
⢠Freigeformtes Dach: Schalen, Kuppeln, andere geometrische Formen, vÜllig freie Formen der modernen Architektur
⢠Schalendach, eine regelmäĂig doppelt-gekrĂźmmte Dachfläche
Dachaufbauten und Dacheinschnitte
Der Dachraum kann als Lager-, Wirtschafts- oder Wohnraum genutzt werden. Um den Dachbereich fĂźr diese Zwecke nutzbar zu machen, gibt es unterschiedliche Arten von Dachaufbauten, -Ăśffnungen und -einschnitten:
⢠Dachbalkon: wie Dachloggia, ragt jedoch teilweise wie ein Balkon aus dem BaukÜrper heraus
⢠Dachflächenfenster: schrägliegendes Fenster in der Dachfläche, zur Belichtung und Belßftung des Dachraums
⢠Dachgaube: Aufbau zur VergrĂśĂerung und Belichtung des Wohnraums unter dem Dach, von der Fassade zurĂźckspringend
⢠Dachlaterne: Dachaufbau auf dem Giebel mit Fenstern zur Belichtung des Innenraums
⢠Dachreiter: ein (oft hÜlzernes) schlankes Tßrmchen auf dem Dachfirst
⢠Zwerchhaus: Quer auf die Traufwand (Fassade) aufgeschobener Gebäudeteil (gezwercht), bestehend aus Zwerchgiebel mit Giebeldach
Technische Installationen auf dem Dachbereich
Weil das Dach in der Regel das oberste Bauteil eines Gebäudes ist, wird der Dachbereich fßr verschiedene technische Installationen genutzt, die eine hohe Position benÜtigen. Hinzu kommen Anlagen zur Wartung und Sicherung der Dachflächen.
⢠Begehungshilfen zur Dachwartung (Dachtritte)
⢠Vorrichtungen gegen Dachlawinen, sog. Schneefangsysteme, zum Beispiel Schneefanggitter, Schneefanghaken oder Schneefangbalken
⢠Schornsteine und Lßftungsrohre
Eine besondere nordeuropäische Dachinstallation waren die sogenannten Dachmßhlen.
Brandschutz
Wenn es erforderlich ist, dass eine Brandwand Ăźber die Dachfläche hinausragt, so unterteilt diese die Dachfläche deutlich sichtbar. Dies ist immer der Fall beim Einsatz von weichen Bedachungen. Hier muss in HĂśhe der Dachhaut auf beiden Seiten 50 cm auskragenden, nicht brennbaren Platten abschlieĂen, darĂźber dĂźrfen keine brennbaren Dachteile gefĂźhrt werden. Bei Wohngebäuden mit harten Bedachungen und mehr als drei Vollgeschossen sind Brandwände mindestens 30 cm Ăźber die Dachfläche zu fĂźhren. Bei Gebäuden bis zu drei Vollgeschossen ohne erhĂśhte Brandgefahr sowie beim Einsatz harter Bedachungen kĂśnnen die Brandwandkonstruktionen auch so ausgefĂźhrt werden, dass sie in der Dachfläche nicht in Erscheinung treten. Auch bei AusfĂźhrung der Dachflächen mit Dachpappen oder einer ähnlichen Dachhaut ist selbst bei einer UnterdachfĂźhrung der Brandwand eine deutliche Teilung zu erkennen, weil im Bereich der Brandwand die Dachpappe durch Blech oder andere nichtbrennbare Baustoffe zu ersetzen ist.
Redewendungen
⢠Alles unter Dach und Fach bringen: Alles wurde erfolgreich abgeschlossen. Eine Interpretation der Redewendung leitet dies von der Tatsache ab, dass ein Haus(bau) frßher als fertig betrachtet wurde, wenn das Dach und die Gefache fertiggestellt waren. Lutz RÜhrich leitet dies in seinem Lexikon der sprichwÜrtlichen Redensarten von dem Bergen der Ernte in den bäuerlichen Lagerräumen ab.
⢠Jemandem aufs Dach steigen. Redewendung aus der germanischen FrĂźhzeit in der Bedeutung von âjemanden zurechtweisenâ und âĂśffentlich bloĂstellenâ. Sie leitet sich von dem alten Brauch ab, einem Mann das Dach abzudecken, wenn dieser gegen die Ordnung verstoĂen hatte. Unter Ordnung ist dabei sowohl die Rechtsordnung zu verstehen wie auch die moralisch gesellschaftlichen Regeln.cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]
⢠Jemandem den roten Hahn aufs Dach setzen: bedeutet âdas Haus einer Person anzĂźndenâ. Der ârote Hahnâ ist dabei gleichzusetzen mit dem Wort âFeuerâ oder âBrandâ. ZurĂźckgehend auf das Mittelalter war der Hahn das Symbol fĂźr den Feuergott, da sein auffälliges, rotes Gefieder an wildes Feuer erinnerte. Hatte man also schon einen roten Hahn auf dem Dach, glaubte man sich vor Bränden gefeit.cite-ref-11[11]cite-ref-12[12]
Siehe auch
Literatur
(chronologisch)
⢠Hermann Hederich: Elemente der Dachformen, oder Darstellung und Ausmittelung der verschiedensten Arten von DachkĂśrpern, mit Hinweisung auf ihre Entstehung und Zerlegung, nebst Andeutung zur Berechnung derselben. Verlag von T. F. A. KĂźhn, Weimar 1858, 2 Bände: Text, archive.org â Tafeln, archive.org.
⢠Eduard Schmitt: Dächer im Allgemeinen. Dachformen. Theodor Landsberg: Dachstuhl-Constructionen. Stuttgart 1897 (= Handbuch der Architektur, Teil 3, Band 2, Heft 4); tugraz.at abgerufen am 1. Juni 2024. 2. Auflage. Stuttgart 1901. 3. Auflage. Leipzig 1911.
⢠Hugo Koch, Ludwig Schwering, Erwin Marx: Dachdeckungen. Verglaste Dachlichter. Massive Steindächer. Nebenanlagen der Dächer. Arnold Bergsträsser / A. KrÜner, Stuttgart 1899 (= Handbuch der Architektur, Teil 3: Die Hochbau-Constructionen, Band 2, Raumbegrenzende Constructionen, Heft 5); dbc.wroc.pl abgerufen am 1. Juni 2024.
⢠Wolfgang Lauter: Dächer und Giebel. Harenberg, Dortmund 1985, ISBN 3-88379-454-6 (Bildband mit einem Nachwort von Kyra Stromberg; = Die bibliophilen Taschenbßcher, Nr. 454).
⢠G. Binding, H. Hinz, J.-P. Sosson, K. Bedal, E. Polla, J. T. Smith, H. Hellenkemper, Ch. Ewert: Dach. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 3. Artemis & Winkler, MĂźnchen/ZĂźrich 1986, ISBN 3-7608-8903-4, Sp. 409â426.
⢠Eberhard Schunck, Heide Wessely (Red.): Dach-Atlas. Geneigte Dächer. 4. Auflage, Institut fßr Internationale Architektur-Dokumentation, Mßnchen 2002.
⢠Dach. In: Hans Koepf, Gßnther Binding: BildwÜrterbuch der Architektur. Mit englischem, franzÜsischem, italienischem und spanischem Fachglossar. 4., ßberarbeitete Auflage. KrÜner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X, S. 122 (= KrÜners Taschenausgabe, Band 194); moodle.unifr.ch (PDF; 15 MB), abgerufen am 1. Juni 2024.
⢠Friedhelm MaĂong: Dachtabellen. Berechnungen und Arbeitshilfen. 3. Auflage. R. MĂźller, KĂśln 2011, ISBN 978-3-481-02493-2.
Weblinks
Wiktionary: Dach
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wikiquote: Dach
â Zitate
Commons
: Dächer
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Literatur von und ßber Dach im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
cite-note-11. â Dach, Dachformen. In: Hans Koepf, GĂźnther Binding: BildwĂśrterbuch der Architektur. Mit englischem, franzĂśsischem, italienischem und spanischem Fachglossar. 4., Ăźberarbeitete Auflage. KrĂśner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X, S. 112â113, 116â117 (= KrĂśners Taschenausgabe. Band 194); moodle.unifr.ch (PDF; 15 MB) abgerufen am 11. August 2024.
cite-note-33. â Sparren. 2). In: Heinrich August Pierer, Julius LĂśbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 16: SicilienâStĂźckgesell. Altenburg 1863, S. 502 (Digitalisat. zeno.org â Dachverfallung).
cite-note-44. â Satteldächer mit windschiefen Dachflächen. 1897, S. 14 (tugraz.at [PDF; abgerufen am 3. August 2024]).
cite-note-55. â Konstruktive MaĂnahmen. In: Schneider Bautabellen. 8. Auflage. 1988 Werner-Verlag, ISBN 3-8041-3399-1, S. 3.23.
cite-note-66. â Die Geschichte des Flachdachs. Baunetzwissen.de; abgerufen am 15. Mai 2015.
cite-note-88. â Themenblatt Nr. 9: DachdurchbrĂźche, Dachaufbauten, Dacheinschnitte, Dachflächenfenster. (PDF) IRAP.ch, Stand: Oktober 2006; abgerufen am 1. Oktober 2014.
cite-note-99. â Jemandem aufs Dach steigen. In: geo.de. 21. September 2010, abgerufen am 1. Juni 2024.
cite-note-1010. â jemandem aufs Dach steigen. In: Redensarten-Index. Abgerufen am 1. Juni 2024.
cite-note-1111. â Hahnengeschrei. In: Sprachbar. Deutsche Welle, 6. Oktober 2014, archiviert vom Original am 6. Oktober 2014; abgerufen am 1. Juni 2024.
cite-note-1212. â der rote Hahn. In: Redensarten-Index. Abgerufen am 1. Juni 2024.